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Dienstag, 31.01.2006

Umzugsmitteilung



Alles wird neu, alles wird anders. Weil Frau Indica im wahren Leben partiell nach Frankfurt/Oder umzieht, wird sie auch virtuell ihren Wohnsitz verlegen. Aus Cosmoscocoon wird www.frau-indica.de. Das letzte Blog vor der Bundesgrenze. Nehmen Sie bitte ab sofort die persönliche Abfahrt.

Vielen, vielen Dank an die Unternehmen, die an Bauplanung und -ausführung überaus kreativ und hartnäckig beteiligt waren: Herr Christian (Architektur und Bauzeichnung), The Exit (ausführender Generalunternehmer) sowie Blogstrasse (Erschließung). Ohne sie alle wäre es niemals so wunderbar gelungen!

Möbelwagen

Der Möbelwagen steht vor der Tür: Kisten und Kasten sind gepackt, das Zweitzimmer ist gestrichen. Frau Indica rollt gen Bundesgrenze. Auch das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit steht kurz vor der Vollendung. Bleiben Sie gespannt, die letzte Abfahrt wird gerade asphaltiert.

Samstag, 28.01.2006

Am Zaun zum Osten



Überraschend erreichten mich Glückshelfer für den Start am "Zaun zum Osten", der ja glücklicherweise nur noch eine Brücke ist: "Hier ein Care-Paket mit kleinen Hilfen für den Durchblick, einer Anleitung für den Kampf, ein bisschen DDR in Dosen und ganz viel Erholungsbeihilfe. Liebe Grüße von Croco und Herrn Croco"

Ich verspreche hiermit Croco und Herrn Croco feierlich ein Abenteuerwochenende an der letzten Abfahrt vor der Bundesgrenze, Kulturerlebnis inklusive. Herr Exit will ja schon mit dem Herrn Christian anreisen. Gut, dass mein neues Zweitzimmer 23 qm groß ist, meine lieben Gäste werden ihre Isomatten zahlreich ausrollen. Ich besorge schon mal ein Soljanka-Rezept und Rotkäppchen-Sekt und übe die "Internationale". Packt die Personalausweise ein und wartet ab: Das wird eine Riesenparty, wenn wir das erste transnationale deutsch-polnische Bloggerhappening auf der Oderbrücke machen!

Freitag, 27.01.2006

Generalprobe

Anfang. Kleine Luftwurzeln in der neuen Umgebung ausgeworfen. Medikament in der Apotheke neben Arbeitsplatz bestellt, das Rezept der hiesigen Ärztin wird dort eingelöst. Erste Sitzung mit Kollegen, die erwartete Informationsüberflutung. Viel Spannendes, Neues zu hören. Zum ersten Mal im kleinen Kreis die Meinung offiziell sagen. Mein Kopf ist ein Badeschwamm, saugt sämtliche Informationen auf. Eine erste Karte als Mitarbeiterin. Es wird ernst. Bis nächste Woche in diesem Theater.

Donnerstag, 26.01.2006

Aus der queeren Welt

Eine Gastkolumne vom geschätzten Blogkollegen The Exit

Haben Sie es mitbekommen? Nein? Die 38-jährige Vera von Vera am Mittag hat sich als Lesbe geoutet. Interessiert hat das niemanden. Warum auch? Seit Westerwelles männlicher Begleitung auf Bundesangelas Geburtstag bringen diese Schlagzeilen keine Auflage. Gut so, wo schon der mächtige Mann im Westen schon nichts von den Schwulen wissen will und die USA eine Vertretung der Schwulen bei der UN zu verhindern wussten.

Die Nation ist sowieso mit Didi Knoblauch beschäftigt. Der transsexuelle DSDS-Kandidat will sich einen Penis zulegen. Das ist teuer, aber möglich. Queer.de erklärt wie es geht.

In Magdeburg hat sich der Sänger einer Hotel-Band aus Tokio einen neuen Haarschnitt zugelegt. Dazu gab es eine Pressemeldung. Tom Kaulitz trägt außerdem mehr Schminke und verwirrt wohl seine Fans. Ein Fan habe ihn für ein Mädchen gehalten, soll RTL berichtet haben.

Aber auch aus der Welt der Wirtschaft gibt es Nachrichten. So hat eine Studie festgestellt, schwule Männer kleiden sich modischer. Eine phänomenale Erkenntnis, ist mir bisher entgangen. Ein Trost kann da nur sein, dass britische Schwule wohl auch noch mehr verdienen als Heteros. Das nenne ich mal Fortschritt.

Mittwoch, 25.01.2006

Richtiger fragen...

...um anderleuts Besitztümer für das neue Zweitdomizil zu erbeuten, ist eine Kunst, die philosophische Dimensionen eröffnet, menschliches Feingefühl erfordert und dennoch zu Chaos und Unübersichtlichkeit im eigenen, kleinen Leben führt. Von den Abenteuern der Frau Indica, die auszog, den Osten zu möblieren. Ein Blokkupationsbeitrag beim Herrn Exit. Bitte folgen Sie der Leseempfehlung zur Durchdrückkaffeekanne und diskutieren Sie dort mit uns.

Eisblumen



Vergesst Balkonien, lasst die Zimmerpflanzen eingehen, jetzt blüht es an den Fenstern. Ein Fall für die jahreszeitlich bedingte Zweitveröffentlichung im geschätzten Blümchenknipserblog.

Montag, 23.01.2006

Mit Ölkännchen und Prinzessin Lilandra durch den Winter



Gerade an diesen klirrend kalten Tagen wäre ein wärmenderer Gefährte als Claus wünschenswert. Alternativ zum kältestrotzenden Hoch aus Sibirien denke ich über die Anschaffung eines funkensprühenden Jungdrachens als Haustier nach. Jawohl, über einen dreiköpfigen 273-jährigen Hitzkopf, der gewiss längere Begleitung als jedes mir bisher bekannte handelsübliche Haustier verspräche. Ich könnte mit ihm Abenteuerreisen zu König Artus unternehmen. So ein schnaubendes Öko-Fluggerät ist bestimmt bequemer als ein fliegender Teppich. Ach ja, ich habe mich in den Gefährten von Prinzessin Lilandra verguckt. Allein schon, weil alle Figuren im kürzlich erschienenen, gleichnamigen Märchenbuch von Jörg Rothe anspielungsreiche Namen tragen und bei ihren Abenteuern anspruchsvolle Rätsel lösen müssen.
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Freitag, 20.01.2006

Tröstlicher

Wer das Rhinovirus auf der Schleimhaut hat, muss auf den Spott der Mitwelt nicht lange warten. Mit Schnupfenkopf nach einem anstrengedem Tag am Rande der Republik wieder auf dem Sofa gelandet, braute ich mir einen "Tröstlichen", jahrelang im WG-Gebrauch von Frau Valentine und mir erprobt. Jawohl, den einzigen und wahren "Naturata Frucht- und Getreidekaffee / schnelllöslich". Nur echt mit den drei "l"s und aus einer großen Tasse mit ordentlich Milch geschlürft. Lasst euch gesagt sein, Freunde des Malz- und Zichorienaufgusses: Nur der hilft bei Liebeskummer, gegen Prüfungsstress, Heimweh und Bazillen.

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Donnerstag, 19.01.2006

Bardzo dziekuje!



Survival-Accessoires für den wilden Osten, wie immer eine Punktlandung von der Handschuh-Freundin. Der stilvolle Notizblock, passend zum roten Repräsentationshandtäschchen, zu Auto, Unnützelchen und Handschuhen. Dazu das Universal-Wörterbuch Polnisch.

Immerhin musste ich mich am gleichen Tag, als ich es geschenkt bekam, von der neuen Kollegin sanft belehren lassen, dass das Nachbarstädtchen "Swuuubitsche" ausgesprochen wird. Merke: Durchgestrichenes "L" ist "W". Es gebe aber sogar einen Anfänger-Kursus für Mitarbeiter, ob ich nicht mitmachen wolle? Gerne doch, denn dass mir meine ganzen Englisch-, Spanisch-, Französisch- und Italienischkenntnisse an der letzten Abfahrt vor der Bundesgrenze so gar nicht helfen, finde ich deprimierend. Noch nicht mal mein fließend geradebrechtes Dreiwort-Arabisch würde es übergangsweise rausreißen. Aber wer konnte das schon beim Studienbeginn in den mittleren Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts ahnen?

Werte EU-Erweiterung, liebes Nachbarland, ich komme! Zunächst mit 30.000 Stichwörtern im Gepäck, das sollte doch das Überwinden der einen oder anderen interkulturellen Hürde ermöglichen. Sehr nützlich erscheint auch der Hinweis auf der Rückseite: "Hilfreiche Extras: Zahlwörter und Speisekarte"

Liebe Handschuhfreundin: "Bardzo dziekuje!" Die Strichelchen unter den "E"s denken wir uns einfach dazu. Das Geheimnis, wie ich meine Tastatur überliste, lasse ich mir im Polnisch-Kurs gleich mit beibringen.